Die wahren Vorteile eines Kappzaums

Bei der Reit- und Fahrpferdeausbildung sollte zu Beginn immer die Arbeit an der Longe stehen. Nun ist jedes Pferd anders: das eine ist ein „Wildfang“ und vom Temperament sehr stürmisch, das andere gehört eher zu den sensiblen Vertretern. Zu beiden muss eine echte Bindung aufgebaut werden. Dafür ist es wichtig, dass das Pferd keine Schmerzen bei der Bodenarbeit hat oder durch Verrutschen unangenehme Erinnerungen mit der Ausbildung verbindet. Worauf muss man beim Kauf eines Kappzaums achten? Welche Unterschiede gibt es bei den verschiedenen Kappzaum Modellen? Und woran erkenne ich überhaupt empfehlenswerte Kappzäume? Wir verraten in diesem Artikel alles über Kappzäume.

Die Welt der Kappzäume

In Spanien wird der Kappzaum als Serreta bezeichnet und dient meist zur Ausbildung von Hengsten, in Wien gibt es das Kappzaum-Modell Wiener Eisen und in Frankreich setzt man auf den so genannten Pluvinel zur Verwendung mit einem Seil bzw. Cavecon zur Verwendung mit einer Kette. Sowohl die spanische als auch die französische Kappzaum-Variante sind nicht für die Arbeit mit Hilfszügeln geeignet, da diese zu schmal und die Ringe nicht dafür konzipiert sind. Beim Sabro Kappzaum orientieren wir uns daher an der Wiener Variante, die vor allem durch die Wiener Hofreitschule bekannt wurde.


Die Materialien des Kappzaums machen den Unterschied

Wer sich für einen Kappzaum interessiert, sollte neben der Passform vor allem auf die verwendeten Materialien achten. Wird Stahl verarbeitet, kann dies beim Pferd Allergien auslösen, da Stahl Nickel enthält. Hochwertiges Vollmessing ist ebenso robust wie Stahl, jedoch wesentlich schonender. Als Füllung empfiehlt sich eher Moosgummi als Schaumstoff, da dieses natürlicher ist und über die Nutzungsdauer und intensiven Kontakt mit Pferdeschweiß nicht zum Zerbröseln neigt. Leder als Hauptmaterial ist weich und anschmiegsam, bei Sabro gehen wir einen Schritt weiter und verwenden handschuhweiches Rindsleder mit einer Unterpolsterung aus feinstem Elchleder, das von einer kleinen, skandinavischen Manufaktur bereits beim Gerben mit Öl geschmeidig gemacht wird. Schweiß bei der Arbeit oder Regennässe, die normales Leder oftmals aushärten lassen, sind damit kein Problem. Das Leder ist auch nach Jahren noch so weich wie am Anfang, benötigt kein ÖL zur Pflege, sondern nur ein Tuch zum Abwischen und ab und zu etwas Lederbalsam. Die Ringe des Naseneisens sollten eingenäht statt genietet sein, um Druckstellen zu vermeiden und dem Pferd Unannehmlichkeiten zu ersparen. Und keine Sorge wegen des Gewichts eines Kappzaums: da ein ausgewachsenes Pferd um die 600 Kilogramm wiegt, fällt der Kappzaum mit um die 1,2 Kilogramm für das Pferd nicht weiter ins Gewicht.

Ein Kappzaum ist mehr als eine Longierhilfe und Ausbildungshilfe

Wer an Kappzäume denkt, der hat zumeist das Longieren im Sinn. Die Arbeit vom Boden aus am langen Zügel ist damit ebenso wunderbar auszuführen. Und auch das Reiten ist mit einem Kappzaum wie dem von Sabro kein Problem, da hier bis zu vier Zügel (etwa für besonders schonendes Anreiten) befestigt werden können: zwei an den Tresenringen und zwei an einem optional erhältlichen Gebiss-Riemchen, den man vorsichtig nach einer gewissen Zeit beim Longieren einschnallen kann. Obacht: anbinden sollte man ein Pferd mit Kappzaum niemals, da dies Frakturen an der empfindlichen Pferdenase verursachen kann.


Pferdefreundliche Merkmale eines Kappzaums

Wer schon einmal mit Halfter longiert hat, kennt das Problem: während der Arbeit verrutscht das Halfter und drückt auf das Auge des Pferdes. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann im schlimmsten Fall eine Augenverletzung nach sich ziehen. Mit einem Kappzaum wie dem von Sabro wird das verhindert, da dieser durch den extra vorhandenen, sogenannten Augenriemen an Ort und Stelle gehalten wird. Durch die Kinnpolsterung mit zweiseitiger Verschnallmöglichkeit sitzt der Kappzaum sprichwörtlich wie eine Eins. Als Faustregel für den perfekten Sitz gilt: der Nasenriemen sollte zwei Finger breit unter dem Jochbeinknochen sitzen, um den empfindlichen Nasenknorpel nicht zu beeinträchtigen. Und damit nicht genug: ein Kappzaum kann dabei helfen, mehr Rückenmuskulatur aufzubauen, für einen optimaleren Untertritt und sichtbar besseres Vorwärts- und Abwärtslaufen sorgen und somit insgesamt zur Gesunderhaltung des Pferdes beitragen.

 

Kappzaum mit Naseneisen oder Kappzaum Light ohne Naseneisen?

Beide Sabro Kappzäume sind identisch gefertigt und verfügen über die gleichen hochwertigen Materialien. Der feinere Kappzaum Light ist von uns für schmalere Pferdeköpfe entwickelt worden und ideal für die Arbeit mit jungen Pferden in umgrenzten Räumen wie Longierzirkeln geeignet, da er durch das fehlende Naseneisen weniger zugstabil ist und auch von sehr empfindlichen Pferden gut angenommen wird. Da auch der Kappzaum mit Naseneisen über zwei Verschlüsse optimal an den Pferdekopf angepasst werden kann, ist der Kappzaum Light also prinzipiell eine gute Wahl für jüngere, sensible und zierlichere Pferde, wie etwa Araber oder englische Vollblüter. Übrigens: wer eine Doppellonge verwenden möchte, sollte in jedem Fall zum Kappzaum mit Naseneisen greifen, da diese hier müheloser durch die Ringe passt.

 

Hast du schon gute Erfahrungen mit einem Kappzaum gemacht, die du mit uns teilen möchtest? Gibt es Fragen zum Kappzaum Light und Kappzaum mit Naseneisen? Unsere Kommentare freuen sich auf dein Feedback.

Kommentare

  • Sehr interessant und informativ geschrieben. Als ehemalige Reiterin, die immer noch drüber nachdenkt das Reiten wieder aufzunehmen, auf jeden Fall eine Bereicherung :-)

  • Mir hat die Arbeit mit dem Kappzaum unheimlich geholfen die Bewegungsabläufe eines Pferdes besser verstehen zu können. Dadurch habe ich viel gelernt, was ich reitend nie gesehen habe. Ein Kappzaum ist auch einfach sehr präzise und pferdefreundlich, anders als mit Trense oder Knotenhalfter...

  • Der Kappzaum ist super. Schnell ist das Gebiss eingehängt und schon kann’s nach der Bodenarbeit noch ins Gelände gehen. Für alle Bereiche eine gute Lösung ...

  • Ich überlege mir einen Kappzaum anschaffen und der von euch wäre da auf jeden Fall in der engeren Auswahl! Habe für meinen Hund ein Halsband von euch das ist einfach toll und wunderbar weich!
    Ich denke für meinen Araber würde dann am ehesten der weichere ohne Naseneisen in frage kommen...
    Für die Arbeit am Boden würde sich das sicherlich am besten eignen, momentan nutze ich dafür ein Knotenhalfter...

  • Ich bin absoluter Fan von den Sabro Kappzäumen. Einige meiner Bekannten nutzen sie sehr gerne, vor allem weil sie auch so gut anpassbar sind, auch an eher außergewöhnliche Pferdeköpfe (z.B. zierlicher Araberkopf). Das Material ist super weich und auch nach regelmäßiger und langjähriger Nutzung noch super weich und flexibel, meiner Erfahrung nach.

  • Interessant, dass ich jetzt auf diesen Artikel stoße! Vor ein paar Tagen hatte ich den Kappzaum Light bei jemandem in der Hand und war total begeistert wie leicht und weich er ist. Bei meinem Araber hab ich immer das Problem dass die meisten Zäume und Halfter einfach zu grob und zu schwer sind und euer Kappzaum war wirklich sehr überzeugend! Also wenn es jetzt demnächst mit dem Kleinen (3) an die Arbeit geht, muss so ein Kappzaum her.

  • Ich starte gerade das Training mit meinem 4 jährigen Lucky und finde die Möglichkeiten eines Kappzaums sehr interessant!!! Soooo soooo gern möchte ich ihn damit glücklich machen!

  • oh wie interessant!!! ich kenne das nervige longieren am Halfter, hatte mir extra so eine Longierbrille gekauft, damit ich nicht immer das Halfter und damit auch den Kopf und damit das ganze Pferd schief longiere.
    Nach Deinem sehr schönen und überzeugenden Bericht zum Kappzaum springe ich für meinen 5 jährigen Cayro so gern in den Gewinnspieltopf - er wäre mit dem Modell light perfekt ausgestattet.

  • Ein sehr interessanter Artikel! Ich baue die Kappzaumarbeit sehr gerne in das Training an der Longe und an der Hand ein :-) Die Reit- und Fahrponys profitieren gleichermaßen davon und viele Lektionen lassen sich vom Boden mit dem Kappzaum einfach am besten erarbeiten. Leider habe ich für meinen kleinen Wallach bisher noch keinen passenden Kappzaum, der für das Pony angenehm ist und gleichzeitig eine präzise Einwirkung ermöglicht...

  • Sehr interessanter Beitrag!
    Ich arbeite seit Jahren ausschließlich mit Kappzaum bei Pferden jeden Alters. Ich bin absolut überzeugt davon.

  • Der Kappzaum ist sehr vielseitig. Der Artikel ist sehr gut geschrieben.

  • Wow, ein sehr interessanter und informativer Artikel.
    Ich longiere ausschließlich am kappzaum. Auch Seitengänge usw. lassen sich mit kappzaum sehr gut bewältigen.

  • Euren Beitrag fanden wir sehr informativ. Wir besitzen drei sehr unterschiedliche Pferde - eine Warmblutrappen, Stockmass 178, einen jungen Luisatano, Stockmass 165 und einen PRE, Stockmass 162. Alle werden seit langem mit Euren Kappzäumen gearbeitet . Die Pferde finden sie angenehm und die Kappzäume sind vielseitig einsetzbar. Sie sind für uns einfach aus der täglichen Arbeit nicht mehr wegzudenken und sehen auch nach Jahren bei entsprechender Pflege noch wie neu aus.

  • Ich habe den Kappzaum von Sabro von einer Freundin geliehen. Super Sitz und tolles Material. Ich besitze schon das Sidepull von Sabro, das Leder ist super.
    Der Kappzaum würde unser Training nun sehr gut unterstützen.

  • Super Artikel! Ich finde es toll, dass ihr über den Kappzaum berichtet. Die Zeiten von der Longe im Gebissring sollten langsam mal vorbei sein.... Hoffe, dass ihr einigen Menschen den Kappzaum schmackhaft gemacht habt :) er ist so schön vielseitig einsetzbar.

  • Toller Artikel . Ich schwanke wirklich zwischen den beiden Varianten mit und ohne Kopfeisen, da ich einen Haflinger vom alten Schlag und eine arabisch geprägte Stute damit ausstatten möchte . Jetzt bin ich einiges schlauer was die Empfehlung betrifft und dankbar für die Tipps zum Umgang .

  • Super Beitrag! Ich arbeite mein Pony bereits seit einiger Zeit an der Longe mit Kappzaum und möchte dies nicht mehr missen. Wenn ich dann doch mal auf das Halfter zurück greife, muss ich jedesmal feststellen, wie schwammig und unpräzise die Hilfen ankommen.

  • Ich liebe es mit dem Kappzaum zu arbeiten! Für mich ein Must-Have für jeden verantwortungsvollen Pferdebesitzer. Kann dem Artikel nur voll und ganz zustimmen

  • Schöner Beitrag über die Möglichkeiten und zum Allgemeinen Wissen über Kappzäume. Besonders gut finde ich es, wenn man auch flexibel ein Gebiss einschnallen kann.

  • Gute Anhaltspunkte, um den Einstieg in die Arbeit mit dem Kappzaum zu bekommen!

  • Sehr schöner Artikel. Ich überlege schon länger mir den Sabro Kappzaum anzuschaffen und nun habe ich einigen Input dazu gekommen. Momentan arbeite ich mit einem Pferd, das sich der Arbeit gerne mal entzieht und sich beim longieren losreißt. Leider haben wir keinen eingezäunten Bereich. Ich hoffe, der Kappzaum ist dafür gut geeignet und stabil genug, ohne dem Pferd zu schaden.

  • Ein toller Artikel! Kappzaum-Arbeit ist für mich ein echtes MUSS. Man kann so schnell den muskulären Unterschied an den Pferden erkennen, wenn man anfängt sie mit dem Kappzaum zu arbeiten. Mein Model ist leider recht klobig und ich bin schon länger auf der Suche nach etwas passenderem..

  • Super informativer Beitrag. Gerade auch hilfreich, wenn man noch unsicher ist, welche Version die richtige fürs eigene Pferd ist.

  • Meine Stute & ich seid kurzer Zeit in den Genuss gekommen mit dem Sabro Kappzaum arbeiten zu können. Das Leder ist wirklich butterweich und das Naseneisen passt sich wunderbar an! Jetzt fehlt mir dieser tolle Kappzaum nur noch für meinen Wallach, er benötigt eine andere Größe!

  • Der erste Kappzaum, den meine Stute (jetzt 4) getragen hat, war der Sabro Light einer guten Freundin! Sie lief sehr gut damit, selbst für‘s erste mal. Echt super! Würde mich freuen, einen eigenen für sie zu haben!

  • Alle meine Pferde werden erst mit dem Kappzaum ausgebildet.
    Dieser Artikel sollten noch mehr Pferde Besitzer lesen. Ich sehe tägliches reißen im Gebiss usw. Ein gescheiter Kappzaum der zum Pferd passt ist Gold wert!

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